PKI Zertifikate and Anforderungen

Kubernetes benötigt PKI Zertifikate für die Authentifzierung über TLS. Falls Sie Kubernetes über kubeadm installieren, wurden die benötigten Zertifikate bereits automatisch generiert. In jedem Fall können Sie diese auch selbst generieren -- beispielsweise um private Schlüssel nicht auf dem API Server zu speichern und somit deren Sicherheit zu erhöhen. Diese Seite erklärt, welche Zertifikate ein Cluster benötigt.

Wie Zertifikate in Ihrem Cluster verwendet werden

Kubernetes benötigt PKI-Zertifikate für die folgenden Vorgänge:

Server Zertifikate

  • Server Zertifikate für den API Server Endpunkt
  • Server Zertifikate für den etcd Server
  • Server Zertifikate für jeden kubelet (every node runs a kubelet)
  • Optionale Server Zertifikate für den front-proxy

Client Zertifikate

  • Client-Zertifikate für jedes Kubelet zur Authentifizierung gegenüber dem API-Server als Client der Kubernetes API
  • Client-Zertifikat für jeden API-Server zur Authentifizierung gegenüber etcd
  • Client-Zertifikat für den Controller Manager zur sicheren Kommunikation mit dem API-Server
  • Client-Zertifikat für den Scheduler zur sicheren Kommunikation mit dem API-Server
  • Client-Zertifikate, eines pro Node, für kube-proxy zur Authentifizierung gegenüber dem API-Server
  • Optionale Client-Zertifikate für Administratoren des Clusters zur Authentifizierung gegenüber dem API-Server
  • Optionales Client-Zertifikat für den Front-Proxy

Server- und Client-Zertifikate des Kubelets

Um eine sichere Verbindung herzustellen und sich gegenüber dem Kubelet zu authentifizieren, benötigt der API-Server ein Client-Zertifikat und ein Schlüsselpaar.

In diesem Szenario gibt es zwei Ansätze für die Verwendung von Zertifikaten:

  • Gemeinsame Zertifikate: Der kube-apiserver kann dasselbe Zertifikat und Schlüsselpaar verwenden, das er zur Authentifizierung seiner Clients nutzt. Das bedeutet, dass bestehende Zertifikate wie apiserver.crt und apiserver.key für die Kommunikation mit den Kubelet-Servern verwendet werden können.

  • Separate Zertifikate: Alternativ kann der kube-apiserver ein neues Client-Zertifikat und Schlüsselpaar zur Authentifizierung seiner Kommunikation mit den Kubelet-Servern generieren. In diesem Fall werden ein separates Zertifikat kubelet-client.crt und der dazugehörige private Schlüssel kubelet-client.key erstellt.

Hinweis:

front-proxy-Zertifikate werden nur benötigt, wenn kube-proxy zur Unterstützung eines Erweiterungs-API-Servers eingesetzt wird.

Auch etcd verwendet gegenseitiges TLS zur Authentifizierung von Clients und deren Gegenstelle.

Wo Zertifikate gespeichert werden

Wenn Sie Kubernetes mit kubeadm installieren, werden die meisten Zertifikate im Verzeichnis /etc/kubernetes/pki gespeichert. Alle Pfade in dieser Dokumentation beziehen sich auf dieses Verzeichnis, mit Ausnahme der Benutzerzertifikate, die von kubeadm unter /etc/kubernetes ablegt werden.

Zertifikate manuell konfigurieren

Wenn Sie nicht möchten, dass kubeadm die benötigten Zertifikate generiert, können Sie diese entweder mithilfe einer einzelnen Root-CA selbst erstellen oder alle Zertifikate vollständig manuell bereitstellen. Details zur Erstellung einer eigenen Zertifizierungsstelle finden Sie unter Zertifikate. Weitere Informationen zur Verwaltung von Zertifikaten mit kubeadm bietet Zertifikatsverwaltung mit kubeadm.

Einzelne Root-CA

Sie können eine einzelne Root-CA erstellen, welche dann mehrere Zwischen-CAs generieren
und die Erstellung weiterer Zertifikate Kubernetes selbst überlassen kann.

Erforderliche CAs:

PfadStandard-CNBeschreibung
ca.crt,keykubernetes-caAllgemeine CA für Kubernetes
etcd/ca.crt,keyetcd-caFür alle etcd-bezogenen Funktionen
front-proxy-ca.crt,keykubernetes-front-proxy-caFür den Front-Proxy

Zusätzlich zu den oben genannten CAs wird auch ein öffentliches/privates Schlüsselpaar für das Service-Account-Management benötigt: sa.key und sa.pub.

Das folgende Beispiel zeigt die CA-Schlüssel- und Zertifikatsdateien aus der vorherigen Tabelle:

/etc/kubernetes/pki/ca.crt
/etc/kubernetes/pki/ca.key
/etc/kubernetes/pki/etcd/ca.crt
/etc/kubernetes/pki/etcd/ca.key
/etc/kubernetes/pki/front-proxy-ca.crt
/etc/kubernetes/pki/front-proxy-ca.key

Alle Zertifikate

Wenn Sie die privaten CA-Schlüssel nicht in Ihren Cluster kopieren möchten, können Sie alle Zertifikate selbst generieren.

Erforderliche Zertifikate:

Standard-CNAusstellende CAO (im Subject)TypHosts (SAN)
kube-etcdetcd-caServer, Client<hostname>, <Host_IP>, localhost, 127.0.0.1
kube-etcd-peeretcd-caServer, Client<hostname>, <Host_IP>, localhost, 127.0.0.1
kube-etcd-healthcheck-clientetcd-caClient
kube-apiserver-etcd-clientetcd-caClient
kube-apiserverkubernetes-caServer<hostname>, <Host_IP>, <advertise_IP>1
kube-apiserver-kubelet-clientkubernetes-casystem:mastersClient
front-proxy-clientkubernetes-front-proxy-caClient

Hinweis:

Anstelle der Superuser-Gruppe system:masters für kube-apiserver-kubelet-client kann auch eine weniger privilegierte Gruppe verwendet werden. kubeadm nutzt hierfür die Gruppe kubeadm:cluster-admins.

Der Wert in der Spalte Typ entspricht einer oder mehreren x509-Schlüsselverwendungen, die auch in .spec.usages eines CertificateSigningRequest-Typs dokumentiert sind:

TypSchlüsselverwendung
ServerDigitale Signatur, Schlüsselverschlüsselung, Serverauth.
ClientDigitale Signatur, Schlüsselverschlüsselung, Clientauth.

Hinweis:

Die oben aufgelisteten Hosts/SANs sind die empfohlenen Werte, um einen funktionsfähigen Cluster zu erhalten. Falls Ihr Setup es erfordert, können Sie auf allen Server-Zertifikaten zusätzliche SANs ergänzen.

Hinweis:

Nur für kubeadm-Benutzer:

  • Das Szenario, bei dem Sie CA-Zertifikate ohne private Schlüssel in Ihren Cluster kopieren, wird in der kubeadm-Dokumentation als externe CA bezeichnet.
  • Wenn Sie die obige Liste mit einer von kubeadm generierten PKI vergleichen, beachten Sie bitte, dass kube-etcd, kube-etcd-peer und kube-etcd-healthcheck-client nicht erzeugt werden, wenn ein externer etcd-Cluster verwendet wird.

Zertifikatspfade

Zertifikate sollten in einem empfohlenen Pfad abgelegt werden (wie von kubeadm verwendet). Die Pfade sollten mit dem angegebenen Argument festgelegt werden, unabhängig vom Speicherort.

Standard-CNEmpfohlener SchlüsselpfadEmpfohlener ZertifikatspfadBefehlSchlüssel-ArgumentZertifikat-Argument
etcd-caetcd/ca.keyetcd/ca.crtkube-apiserver--etcd-cafile
kube-apiserver-etcd-clientapiserver-etcd-client.keyapiserver-etcd-client.crtkube-apiserver--etcd-keyfile--etcd-certfile
kubernetes-caca.keyca.crtkube-apiserver--client-ca-file
kubernetes-caca.keyca.crtkube-controller-manager--cluster-signing-key-file--client-ca-file,--root-ca-file,--cluster-signing-cert-file
kube-apiserverapiserver.keyapiserver.crtkube-apiserver--tls-private-key-file--tls-cert-file
kube-apiserver-kubelet-clientapiserver-kubelet-client.keyapiserver-kubelet-client.crtkube-apiserver--kubelet-client-key--kubelet-client-certificate
front-proxy-cafront-proxy-ca.keyfront-proxy-ca.crtkube-apiserver--requestheader-client-ca-file
front-proxy-cafront-proxy-ca.keyfront-proxy-ca.crtkube-controller-manager--requestheader-client-ca-file
front-proxy-clientfront-proxy-client.keyfront-proxy-client.crtkube-apiserver--proxy-client-key-file--proxy-client-cert-file
etcd-caetcd/ca.keyetcd/ca.crtetcd--trusted-ca-file,--peer-trusted-ca-file
kube-etcdetcd/server.keyetcd/server.crtetcd--key-file--cert-file
kube-etcd-peeretcd/peer.keyetcd/peer.crtetcd--peer-key-file--peer-cert-file
etcd-caetcd/ca.crtetcdctl--cacert
kube-etcd-healthcheck-clientetcd/healthcheck-client.keyetcd/healthcheck-client.crtetcdctl--key--cert

Gleiche Überlegungen gelten für das Service-Account-Schlüsselpaar:

Pfad privater SchlüsselPfad öffentlicher SchlüsselBefehlArgument
sa.keykube-controller-manager--service-account-private-key-file
sa.pubkube-apiserver--service-account-key-file

Das folgende Beispiel zeigt die Dateipfade aus den vorherigen Tabellen, die Sie bereitstellen müssen, wenn Sie alle Schlüssel und Zertifikate selbst generieren:

/etc/kubernetes/pki/etcd/ca.key
/etc/kubernetes/pki/etcd/ca.crt
/etc/kubernetes/pki/apiserver-etcd-client.key
/etc/kubernetes/pki/apiserver-etcd-client.crt
/etc/kubernetes/pki/ca.key
/etc/kubernetes/pki/ca.crt
/etc/kubernetes/pki/apiserver.key
/etc/kubernetes/pki/apiserver.crt
/etc/kubernetes/pki/apiserver-kubelet-client.key
/etc/kubernetes/pki/apiserver-kubelet-client.crt
/etc/kubernetes/pki/front-proxy-ca.key
/etc/kubernetes/pki/front-proxy-ca.crt
/etc/kubernetes/pki/front-proxy-client.key
/etc/kubernetes/pki/front-proxy-client.crt
/etc/kubernetes/pki/etcd/server.key
/etc/kubernetes/pki/etcd/server.crt
/etc/kubernetes/pki/etcd/peer.key
/etc/kubernetes/pki/etcd/peer.crt
/etc/kubernetes/pki/etcd/healthcheck-client.key
/etc/kubernetes/pki/etcd/healthcheck-client.crt
/etc/kubernetes/pki/sa.key
/etc/kubernetes/pki/sa.pub

Zertifikate für Benutzerkonten konfigurieren

Sie müssen diese Administrator- und Servicekonten manuell konfigurieren:

DateinameAnmeldeinformationen-NameStandard-CNO (im Subject)
admin.confdefault-adminkubernetes-admin<admin-group>
super-admin.confdefault-super-adminkubernetes-super-adminsystem:masters
kubelet.confdefault-authsystem:node:<nodeName> (siehe Hinweis)system:nodes
controller-manager.confdefault-controller-managersystem:kube-controller-manager
scheduler.confdefault-schedulersystem:kube-scheduler

Hinweis:

Der Wert von <nodeName> in kubelet.conf muss exakt mit dem Node-Namen übereinstimmen, den der kubelet beim Registrieren am apiserver angibt. Weitere Details finden Sie unter Node Authorization.

Hinweis:

Im obigen Beispiel ist <admin-group> implementierungsspezifisch. Manche Tools signieren das Zertifikat in der Standard-admin.conf, sodass es Teil der Gruppe system:masters ist. system:masters ist eine Notfall-Superuser-Gruppe, die die Autorisierungsschicht, wie zum Beispiel RBAC, von Kubernetes umgehen kann. Manche Tools erzeugen auch keine separate super-admin.conf mit einem Zertifikat, das an diese Superuser-Gruppe gebunden ist.

kubeadm erstellt zwei separate Administratorzertifikate in kubeconfig-Dateien. Eines ist in admin.conf und hat Subject: O = kubeadm:cluster-admins, CN = kubernetes-admin. kubeadm:cluster-admins ist eine benutzerdefinierte Gruppe, die an die ClusterRole cluster-admin gebunden ist. Diese Datei wird auf allen von kubeadm verwalteten Control-Plane-Maschinen erstellt.

Das andere ist in super-admin.conf und hat Subject: O = system:masters, CN = kubernetes-super-admin. Diese Datei wird nur auf dem Node erzeugt, auf dem kubeadm init ausgeführt wurde.

  1. Generieren Sie für jede Konfiguration ein x509-Zertifikat/Schlüsselpaar mit dem angegebenen Common Name (CN) und der Organisation (O).

  2. Führen Sie für jede Konfiguration kubectl wie folgt aus:

    KUBECONFIG=<Dateiname> kubectl config set-cluster default-cluster --server=https://<Host-IP>:6443 --certificate-authority <Pfad-zur-kubernetes-ca> --embed-certs
    KUBECONFIG=<Dateiname> kubectl config set-credentials <Anmeldeinfo-Name> --client-key <Pfad-zum-Schlüssel>.pem --client-certificate <Pfad-zum-Zertifikat>.pem --embed-certs
    KUBECONFIG=<Dateiname> kubectl config set-context default-system --cluster default-cluster --user <Anmeldeinfo-Name>
    KUBECONFIG=<Dateiname> kubectl config use-context default-system
    

Diese Dateien werden wie folgt verwendet:

DateinameBefehlKommentar
admin.confkubectlKonfiguriert den Administrator-Benutzer für den Cluster
super-admin.confkubectlKonfiguriert den Super-Administrator-Benutzer für den Cluster
kubelet.confkubeletWird für jeden Node im Cluster benötigt
controller-manager.confkube-controller-managerMuss im Manifest manifests/kube-controller-manager.yaml eingetragen werden
scheduler.confkube-schedulerMuss im Manifest manifests/kube-scheduler.yaml eingetragen werden

Beispielhafte vollständige Pfade zu den Dateien aus der obigen Tabelle:

/etc/kubernetes/admin.conf
/etc/kubernetes/super-admin.conf
/etc/kubernetes/kubelet.conf
/etc/kubernetes/controller-manager.conf
/etc/kubernetes/scheduler.conf

  1. Jede andere IP oder jeder andere DNS-Name, unter dem Sie Ihren Cluster erreichen (wie bei kubeadm verwendet) – die stabile IP und/oder der DNS-Name des Load-Balancers, kubernetes, kubernetes.default, kubernetes.default.svc, kubernetes.default.svc.cluster, kubernetes.default.svc.cluster.local↩︎

Zuletzt geändert August 12, 2025 at 11:03 AM PST: first shot localizing best-practices certificates (dd97a5ba27)